Die schöne Riva wird an ihrem Hochzeitstag von Piraten entführt, auf deren Schiff gebracht und muss von dort aus mit ansehen, wie ihr Bräutigam Trigoso, von ihren Entführern erschossen, leblos auf den Strand sinkt. Sie erträgt den Anblick nicht und greift die Piraten an, woraufhin auch sie getötet und ins Meer geworfen wird. Während sich ihr Brautkleid rot vom Blut färbt, ergreift plötzlich eine Welle das Piratenschiff und versenkt Truhen und Schränke voller Gold im Meer.

Was diese Geschichte mit unserer Reise an die ligurische Küste zu tun hat?  Auf unserem Vespa-Trip von Portofino nach Cinque Terre entdeckten wir eine kleine Felsinsel, welche vor dem Einfahren in den Tunnel von Moneglia entdeckten. Es handelt sich um einen sehr engen und langen Tunnel, welcher nur einspurig befahrbar ist und so schaltet die Ampel nur dreimal pro Stunde auf Grün (immer um 15, 35 und 55 nach jeder vollen Stunde), eine Rotphase dauert jeweils 18 Minuten. Wir hatten Glück und erwischten nach einen paar Minuten eine grüne Ampel und setzten unsere Fahrt nach Cinque Terre fort. Die kleine schwarze Insel ging mir jedoch den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Und so machten wir auf dem Rückweg noch einmal Halt, um diesen magischen Ort zu erkunden und uns den Sonnenuntergang anzusehen. Es ist nicht einfach, auf diesen Felsbrocken zu gelangen, es gibt zwei Möglichkeiten: entweder über den Kiesstrand durchs Wasser, oder über die vorgelagerten Felsen. In jedem Fall ist es nicht ganz einfach, auf die Insel zu gelangen, die Klippen sind furchig, scharf und teils glitschig. Doch dieses kleine Abenteuer lohnt sich. Die kleine Felsinsel ist ein magischer Ort, der einem zu denken gibt, noch lange nachdem man ihn verlassen hat. Zurück in Portofino machte ich mich auf die Suche nach Informationen

und stieß auf die Fabel des italienischen Schriftstellers Mario Antonietti, welche ich eingangs beschrieben habe. Die Legende besagt, dass nach Rivas Tod Engel auf die Erde kamen und einen Felsen als Mahnmal für die Nachwelt errichteten, den heutigen „Scoglio dell’Asseu“. Im selben Moment begannen die Kieselsteine, auf welchen Trigoso ums Leben gekommen war, ein Liebeslied zu singen. Viele Tage und Jahre gingen ins Land, die Piraten blieben fern und die Kieselsteine sangen immer noch ihr Liebeslied. Der kleine Fischerort „Riva“ begann zu erblühen und sich zu vergrößern und die Bucht, in welcher der Piratenschatz verloren gegangen war, wurde von nun an „Baia d’Oro“ (Goldene Bucht) genannt. Die Fischer aber beschlossen, ihrem Dorf einen Namen zu geben, welcher für immer an die zwei Liebenden erinnern sollte: Riva Trigoso.

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